Anbietervergleich

ETF-Police oder Depot? 21 Anbieter im Vergleich

Mit 18 gewinnt das Depot. Mit 25 die Police. Wir zeigen die Rechnung.
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ETF-Police oder Depot?
Wir haben nachgerechnet

Die meisten Ratgeber sagen: „ETF-Sparplan im Depot, fertig." Wir haben nachgerechnet – und festgestellt, dass das nur unter einer Bedingung gilt: wenn Sie 20 Jahre lang nie etwas ändern.

Sobald einmal die Strategie angepasst wird. Sobald ein ETF geschlossen oder verschmolzen wird. Sobald Sie umschichten wollen. Dann zahlt das Depot Steuern – und die Police nicht.

Wir haben mit dem Vergleichsrechner Fonder die relevanten ETF-Policen gegen ein klassisches ETF-Depot bei Trade Republic gerechnet. Gleiche Sparrate, gleiche Rendite, gleiche Laufzeit.

Und vorweg, weil es zur Ehrlichkeit gehört: Nicht jede Police lohnt sich. Eine der getesteten liegt in jedem Szenario hinter dem Depot. Es kommt nicht darauf an, ob Police – sondern welche.

Methodik

So haben wir gerechnet

Bevor wir Zahlen zeigen, legen wir die Annahmen offen. Ohne das ist jeder Vergleich wertlos.

Die Annahmen

Sparrate: 150 € pro Monat
Alter des Kindes bei Start: 2 Jahre
Angenommene Rendite: 9,7 % p.a.
Auszahlung: mit 18, 21 und 25 Jahren
Vergleichsdepot: Trade Republic / Scalable (18 € Kosten pro Jahr)
Persönlicher Steuersatz: 30 %
Vorabpauschale: Basiszinssatz 3,2 %
Rebalancing: aktiv
Fondswechsel: aktiv (70 % Umschichtungsquote)

Verglichen wurden sechs reale, aktuell verfügbare Tarife deutscher Versicherer – gerechnet mit dem Vergleichsrechner Fonder, der 21 Gesellschaften abdeckt.

Warum wir Spannen zeigen statt Namen

Der Grund ist nicht Zurückhaltung, sondern Sachlichkeit: Welcher Tarif für eine Familie der richtige ist, hängt von der Fondsauswahl und dem Anlagehorizont ab – nicht davon, wer in einer Tabelle mit identischen Annahmen oben steht. Eine Rangliste würde genau die falsche Entscheidungsgrundlage liefern.

Welche Tarife für Ihre Situation infrage kommen und wie sie konkret abschneiden, zeigen wir Ihnen im Gespräch – mit Ihren Zahlen und offengelegten Kosten.

Zur Renditeannahme

9,7 % entspricht dem langfristigen Durchschnitt des MSCI World über rund 50 Jahre. Zum Vergleich: Der iShares Core MSCI World hat in den letzten 15 Jahren 12,60 % p.a. in Euro erwirtschaftet (Quelle: fondsweb, Stand Juli 2026). Wir rechnen also bewusst konservativer als die jüngste Vergangenheit – und trotzdem nicht pessimistisch.

Wichtig: Das ist eine Annahme, keine Zusage. Kapitalmärkte schwanken. Der MSCI World hatte in den letzten 10 Jahren einen maximalen Rückgang von über 34 %.

Warum Vorabpauschale und Fondswechsel im Vergleich stehen: Ein Depot-Vergleich ohne diese beiden Faktoren ist unrealistisch. Beide kosten im Depot Geld – in der Police nicht. Genau das übersehen die meisten Vergleiche.

Mit 18

Wenn Ihr Kind 18 wird
16 Jahre Laufzeit

Eingezahlt: 28.800 €

Beste Police: rund 62.900 €
Zweitbeste Police: rund 61.900 €
ETF-Depot (Trade Republic): rund 60.600 €
Vier weitere Policen: zwischen 57.600 € und 59.800 €

Die führenden Policen liegen vorn – aber der Abstand ist noch dünn.

Rund 2.300 € trennen die beste Police vom Depot. Bei 28.800 € Einzahlung sind das etwa 8 Prozent. Spürbar, aber kein Erdrutsch.

Bemerkenswerter ist etwas anderes: Das Depot landet auf Platz 3 von 7 – vier der sechs verglichenen Policen liegen dahinter. Wer den falschen Tarif wählt, wäre mit einem simplen Depot besser gefahren.

Die Frage lautet nicht „Police oder Depot" – sondern „welche Police".

Mit 21

Wenn Ihr Kind 21 wird
19 Jahre Laufzeit

Eingezahlt: 34.200 €

Beste Police: rund 89.200 €
Zweitbeste Police: rund 87.500 €
Dritte Police: rund 84.600 €
ETF-Depot (Trade Republic): rund 83.900 €
Drei weitere Policen: zwischen 82.000 € und 83.200 €

Das Depot fällt zurück – von Platz 3 auf Platz 4.

Drei Jahre mehr Laufzeit genügen, damit eine weitere Police vorbeizieht. Der Abstand zur besten Police hat sich mehr als verdoppelt: von rund 2.300 € auf rund 5.200 €.

Mit 25

Wenn Ihr Kind 25 wird
23 Jahre Laufzeit

Eingezahlt: 41.400 €

Beste Police: rund 138.000 €
Zweitbeste Police: rund 134.700 €
Drei weitere Policen: zwischen 126.200 € und 129.800 €
ETF-Depot (Trade Republic): rund 125.600 €
Schwächste Police: rund 118.800 €

Jetzt liegt das Depot auf Platz 6 von 7 – nur noch eine einzige Police schneidet schlechter ab. Der Abstand zur besten Police beträgt inzwischen über 12.400 €.

Die Entwicklung auf einen Blick

Mit 18: rund 2.300 € Vorsprung (Depot auf Platz 3)
Mit 21: rund 5.200 € Vorsprung (Depot auf Platz 4)
Mit 25: über 12.400 € Vorsprung (Depot auf Platz 6)

Der Vorsprung wächst nicht linear, sondern beschleunigt sich – und gleichzeitig rutscht das Depot im Feld immer weiter nach hinten. Das ist kein Zufall.

Wann gewinnt das Depot?

Wann gewinnt das Depot? Und wie wahrscheinlich ist das?

Es gibt genau ein Szenario, in dem ein Depot die Policen schlägt:

Sie kaufen einen ETF, rühren ihn 20 Jahre lang nicht an und zahlen dann alles auf einmal aus. Kein Wechsel. Kein Rebalancing. Keine Anpassung. Nichts.

Denn nur dann bleibt der einzige Vorteil des Depots – die niedrigeren laufenden Kosten – ungeschmälert. Sobald Sie etwas tun, greift die Abgeltungsteuer: rund 26,4 % auf alle bis dahin aufgelaufenen Gewinne. Bei jedem einzelnen Verkauf.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie 20 Jahre lang nichts tun?

Ehrlich gesagt: gering. Und zwar nicht wegen mangelnder Disziplin, sondern weil die Realität dazwischenkommt.

ETFs verschwinden. Fonds werden geschlossen, verschmolzen oder umgestellt – dann müssen Sie handeln, ob Sie wollen oder nicht. Beim Depot löst das Steuern aus. In der Police nicht.
Märkte verändern sich. Wer 2005 einen Europa-Schwerpunkt gewählt hat, sieht das heute anders. Ein Index, der heute zu über 70 % aus US-Werten besteht, sah vor 20 Jahren völlig anders aus – und wird in 20 Jahren wieder anders aussehen.
Das Leben verändert sich. Je näher das Sparziel rückt, desto eher wollen Eltern das Risiko senken. Genau dieser sinnvolle Schritt kostet im Depot Steuern.
Ziele verschieben sich. Aus „Studium" wird „erste Wohnung", aus 18 werden 25 Jahre.

Die Police ist nicht deshalb überlegen, weil sie billiger wäre. Sie ist es, weil sie Ihnen Handlungsfähigkeit erlaubt, ohne dass jede Entscheidung besteuert wird.

Wer sicher ist, 20 Jahre lang nichts zu ändern, braucht das nicht. Wer es nicht sicher weiß – und das sind die meisten –, zahlt im Depot für jede Entscheidung.

Der Kernbefund

Es gibt nicht die eine beste Police

Hier ist der eigentliche Befund unserer Rechnung – und er ist unbequem für die gesamte Branche:

Der Abstand zwischen der besten und der schwächsten Police ist größer als der Abstand zwischen Police und Depot.

Mit 25 trennen die beste und die schwächste Police rund 19.200 €
Zwischen der besten Police und dem Depot liegen etwa 12.400 €

Was heißt das? Eine Police an sich ist kein Qualitätsmerkmal. Eine schwache Police ist schlechter als ein gutes Depot – und zwar deutlich. Wer Ihnen sagt „Police ist besser als Depot", hat die Rechnung nicht gemacht.

Aber die Zahlen zeigen nur eine Dimension

Der Vergleichsrechner ermittelt das Endkapital bei gleicher Fondsauswahl. Was er nicht bewerten kann, ist das, worauf es im Alltag oft ankommt:

Wie breit ist die ETF-Palette? Manche Tarife bieten eine schlanke Auswahl bei niedrigeren Kosten. Andere kosten etwas mehr, lassen Ihnen dafür deutlich mehr Gestaltungsspielraum – bis hin zu Sektor- und Themen-ETFs, die anderswo gar nicht wählbar sind.

Beides sind sinnvolle Entscheidungen – für unterschiedliche Familien. Wer einen Welt-ETF bespart und ihn 20 Jahre liegen lässt, braucht keine große Auswahl und ist mit der schlankeren, günstigeren Variante besser bedient. Wer Schwerpunkte setzen oder später umsteuern möchte, ist auf die Auswahl angewiesen – und zahlt dafür zu Recht etwas mehr.

Die richtige Frage lautet nicht „Welche Police bringt am meisten?", sondern: „Welche passt zu dem, was ich vorhabe?"

Und genau deshalb steht am Ende dieses Artikels kein Anbietername, sondern ein Gesprächsangebot.

Die Einordnung

Was heißt das für Sie?

Ein Depot reicht, wenn …

Sie einen ETF kaufen und ihn wirklich nie wieder anfassen
Sie mit 18 auszahlen und das heute schon sicher wissen
Sie die jährliche Vorabpauschale in Kauf nehmen
Sie alles selbst verwalten möchten

Eine Police lohnt sich, wenn …

Sie damit rechnen, im Lauf der Jahre etwas anzupassen
Das Geld länger als etwa 18 Jahre arbeiten soll
Sie steuerfrei umschichten und rebalancen möchten
Sie später die 12/62-Regel nutzen wollen (Vertrag über 12 Jahre gehalten, versicherte Person über 62 – dann wird nur der halbe Gewinn besteuert)

Welche Police – das hängt von Ihnen ab. Eine schlanke Kostenstruktur zahlt sich aus, wenn Sie eine einfache Strategie fahren. Eine breite Fondsauswahl zahlt sich aus, wenn Sie sie auch nutzen – etwa für Sektor- oder Themen-ETFs, die bei anderen Anbietern gar nicht wählbar sind.

Was sich in keinem Szenario auszahlt: eine Police mit schwacher Kostenstruktur und ohne Auswahlvorteil. Genau die gibt es am Markt – und genau davor warnen wir.

Wenn Sie bereits über uns abgeschlossen haben: Diese Zahlen ersetzen keine Beratung. Welcher Tarif für Sie richtig war, hing von Ihrer Fondsauswahl, Ihrem Horizont und Ihren Zielen ab – nicht von einem Endkapital-Vergleich unter identischen Annahmen. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an. Wir rechnen es Ihnen mit Ihren Zahlen durch.

Und ein Hinweis, der oft untergeht: Die Police muss nicht mit 18 enden. Sie kann weiterlaufen und auf Ihr Kind übertragen werden. Dann wird aus dem Kindersparplan ein lebenslanges Vermögensvehikel – und genau dort spielt sie ihre Stärken voll aus.

Transparenz

Transparenzhinweis

Wir sind Makler und werden von den Gesellschaften vergütet – unterschiedlich hoch, je nach Anbieter. Das gehört an diese Stelle, nicht ins Kleingedruckte.

Deshalb legen wir offen

Die Methodik: Vergleichsrechner Fonder, Annahmen wie oben beschrieben. Verglichen wurden sechs reale, aktuell am Markt verfügbare Tarife deutscher Versicherer.
Warum ohne Anbieternamen: Eine Rangfolge nach Endkapital bei identischen Annahmen wäre die falsche Entscheidungsgrundlage – sie sagt nichts darüber, welcher Tarif zu Ihrer Fondsauswahl und Ihrem Horizont passt. Die konkreten Tarife legen wir im Beratungsgespräch offen, samt aller Kosten.
Die Grenzen der Zahlen: Der Rechner vergleicht Endkapital bei gleicher Fondsauswahl. Er bewertet nicht, wie breit die ETF-Palette eines Anbieters ist oder wie flexibel Sie über 20 Jahre bleiben.
Die unbequeme Wahrheit: Eine der getesteten Policen liegt in jedem Szenario hinter dem Depot. Und bei 16 Jahren Laufzeit schlägt ein simples ETF-Depot vier der sechs verglichenen Policen. Das sagen wir, obwohl wir Policen vermitteln.

Ein Vergleich, in dem immer das eigene Produkt gewinnt, ist kein Vergleich, sondern Werbung.

Uns geht es darum, dass Sie die Rechnung nachvollziehen können – und danach prüfen, ob unsere Empfehlung zu Ihnen passt.

FAQ

Häufige Fragen

Warum rechnet ihr mit 9,7 % Rendite?

Das entspricht dem langfristigen Durchschnitt des MSCI World über rund 50 Jahre. Die letzten 15 Jahre lagen mit 12,6 % p.a. in Euro deutlich darüber – wir rechnen bewusst konservativer. Eine Garantie ist das nicht: Der MSCI World hatte in den letzten 10 Jahren einen maximalen Rückgang von über 34 %.

Warum nennt ihr keine Rangliste mit Namen?

Weil sie in die Irre führen würde. Die Zahlen zeigen das Endkapital bei identischer Fondsauswahl – sie sagen nichts darüber, wie breit die ETF-Palette eines Anbieters ist oder wie flexibel Sie über zwei Jahrzehnte bleiben. Ein Tarif, der in dieser Rechnung vorne liegt, kann für Ihre Situation der falsche sein. Die konkreten Tarife nennen wir im Gespräch – mit Ihren Zahlen.

Was ist die Vorabpauschale?

Eine jährliche Vorab-Besteuerung im Depot auf einen fiktiven Ertrag – fällig auch dann, wenn Sie nichts verkaufen. In der Police fällt sie nicht an.

Was ist die 12/62-Regel?

Wenn ein Vertrag mindestens 12 Jahre lief und die versicherte Person über 62 ist, wird nur die Hälfte des Gewinns mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Ein erheblicher Vorteil bei langer Haltedauer.

Bedeutet das höchste Endkapital automatisch die beste Police?

Nein. Der Rechner vergleicht Endkapital bei gleicher Fondsauswahl. Eine Police mit schlanker Kostenstruktur rechnet sich besser, wenn Sie eine einfache Strategie fahren. Eine Police mit breiter Fondsauswahl lohnt sich, wenn Sie diese Auswahl auch nutzen – etwa für Sektor- oder Themen-ETFs, die anderswo nicht verfügbar sind.

Kann ich die Police vorzeitig auflösen?

Ja, aber dann verlieren Sie die Steuervorteile und tragen die Abschlusskosten. Eine Police ist ein langfristiges Instrument – wer sich nicht sicher ist, fährt mit einem Depot flexibler.

Ich habe bereits über euch abgeschlossen. Habe ich den falschen Tarif?

Sehr wahrscheinlich nicht. Die Zahlen zeigen Endkapital unter identischen Annahmen – Ihre Situation ist individuell. Welcher Tarif zu Ihnen passt, hängt von Ihrer Fondsauswahl, Ihrem Anlagehorizont und Ihren Zielen ab. Wenn Sie unsicher sind: Sprechen Sie uns an, wir rechnen es mit Ihren Zahlen durch.

Stand: Juli 2026. Berechnungen mit dem Vergleichsrechner Fonder. Renditeannahmen sind keine Zusagen. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung.

Über den Autor

Erol Eren, Bachelor in Wirtschaftswissenschaften, ist Gründer von ETF4Kids und berät Familien und Expats in Deutschland zu Kindersparplänen und Familienfinanzen. ETF4Kids GmbH ist als Finanzanlagenvermittler nach §34f GewO, Versicherungsvermittler nach §34d GewO und Immobiliardarlehensvermittler nach §34i GewO zugelassen (IHK Region Stuttgart).

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