Rentenpunkte

Kindererziehungszeit: Warum Eltern hunderte Euro Rente verschenken

Viele Eltern verschenken Rentenpunkte, ohne es zu wissen. Kindererziehungszeit kann hunderte Euro bringen. Weiterlesen.

Was Kindererziehungszeit in Deutschland bedeutet

Viele Eltern in Deutschland erhalten jeden Monat Kindergeld.

Was jedoch nur wenige wissen:

Es gibt eine zweite staatliche Leistung, die für deine spätere Rente deutlich mehr Wert haben kann. Die sogenannte Kindererziehungszeit sorgt dafür, dass Eltern Rentenpunkte für die Erziehung ihrer Kinder erhalten - auch wenn sie in dieser Zeit weniger gearbeitet oder gar nicht gearbeitet haben.

Über ein ganzes Rentenleben kann diese Regelung mehr als 30.000€ zusätzlichen Rentenwert pro Kind bedeuten. Trotzdem verschenken viele Familien diese Leistung - einfach weil sie nicht wissen, dass sie existiert oder wie sie korrekt beantragt wird.

Viele Eltern suchen nach „Kindererziehungszeit beantragen“ oder „Rentenpunkte pro Kind Deutschland“, wissen aber nicht genau, wie der Prozess funktioniert.

Was ist die Kindererziehungszeit?

Die Kindererziehungszeit ist eine rentenrechtliche Anerkennung für Eltern, die ein Kind in Deutschland erziehen. Der Staat behandelt diese Zeit so, als hätten Eltern während der ersten Lebensjahre ihres Kindes weiterhin Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt.

Für jedes Kind werden dabei 3 Jahre Kindererziehungszeit im Rentenkonto angerechnet.

Während dieser Zeit erhält der erziehende Elternteil Rentenpunkte, die später die gesetzliche Altersrente erhöhen. Diese Regelung soll sicherstellen, dass Eltern durch Kindererziehung keine Nachteile in ihrer Altersvorsorge haben.

Wie viele Rentenpunkte bekommt man pro Kind?

Die Kindererziehungszeit entspricht in der gesetzlichen Rentenversicherung ungefähr einem durchschnittlichen Einkommen.

Das bedeutet:

Pro Kind werden 3 Rentenpunkte gutgeschrieben (für drei Jahre Erziehungszeit).

Ein Rentenpunkt hat aktuell (2026) einen Wert von etwa 40€ monatlicher Rente.

Das ergibt insgesamt etwa:

122€ monatliche zusätzliche Rente pro Kind.

Diese Rentenerhöhung gilt:

  • lebenslang

  • unabhängig vom Wohnort im Alter

  • angepasst an zukünftige Rentenerhöhungen

Beispielrechnung

1 Kind
→ ca. 122€ zusätzliche Rente monatlich

2 Kinder
→ ca. 244€ zusätzliche Rente monatlich

3 Kinder
→ ca. 366€ zusätzliche Rente monatlich

Auf ein ganzes Rentenleben gerechnet bedeutet das schnell:

30.000€ - 40.000€ zusätzliche Rentenleistung pro Kind.

Viele Familien unterschätzen daher massiv, welchen Wert die Kindererziehungszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung tatsächlich hat.

Wer hat Anspruch auf Kindererziehungszeit?

Grundsätzlich gilt die Regelung für Eltern, die ein Kind in Deutschland großziehen.

Die wichtigsten Voraussetzungen:

✅ Das Kind wurde in Deutschland geboren oder gemeldet
✅ Ein Elternteil hat überwiegend die Erziehung übernommen
✅ Das Kind wurde in den ersten Lebensjahren tatsächlich betreut

Wichtig zu wissen:

Die Regelung gilt nicht nur für deutsche Staatsbürger.

Auch internationale Familien und Expats in Deutschland können Anspruch auf Kindererziehungszeit haben.

Das bedeutet:

  • auch Nicht-Deutsche können Rentenpunkte erhalten

  • auch Expats profitieren von der deutschen Rentenversicherung

  • auch bei späterem Wegzug ins Ausland bleibt der Anspruch bestehen

Die deutsche gesetzliche Rente wird weltweit ausgezahlt.

Gerade für internationale Familien ist das eine oft übersehene Form der Altersvorsorge.

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Warum wird Kindererziehungszeit nicht automatisch eingetragen?

Viele Eltern gehen davon aus, dass die Rentenversicherung automatisch weiß, wer ein Kind erzogen hat.

Das stimmt jedoch nur teilweise.

Die Deutsche Rentenversicherung weiß zwar, dass ein Kind existiert, aber nicht automatisch, welchem Elternteil die Erziehungszeit zugeordnet werden soll.

Deshalb muss diese Zeit formell bestätigt werden.

Wenn keine Klärung erfolgt:

  • wird keine Kindererziehungszeit eingetragen

  • entstehen keine Rentenpunkte

  • fehlt dieser Rentenanspruch später im Rentenkonto

Gerade Eltern, die nach der Geburt ihre Arbeitszeit reduziert haben, sollten unbedingt prüfen, ob diese Zeiten korrekt erfasst sind.

Häufige Fragen zur Kindererziehungszeit

Wie viele Rentenpunkte bekommt man pro Kind?
Eltern erhalten für jedes Kind drei Jahre Kindererziehungszeit, was aktuell etwa 122€ monatliche zusätzliche Rente bedeutet.

Gilt Kindererziehungszeit auch für Expats?
Ja. Auch internationale Familien können Rentenpunkte erhalten, solange das Kind in Deutschland erzogen wurde.

Welches Formular braucht man für Kindererziehungszeit?
Das offizielle Formular der Deutschen Rentenversicherung ist das Formular V0800.

Kann man Kindererziehungszeit rückwirkend beantragen?
Ja, solange das Rentenkonto noch nicht endgültig abgeschlossen wurde.

Um Kindererziehungszeiten eintragen zu lassen, wird das offizielle Formular der Deutschen Rentenversicherung benötigt:

Formular V0800: Kindererziehungszeit beantragen

Mit diesem Formular kannst du bestätigen lassen:

  • wer das Kind überwiegend erzogen hat

  • in welchem Zeitraum die Erziehung stattgefunden hat

  • ob diese Zeit im Rentenkonto berücksichtigt wurde

Das Formular V0800 kann auf verschiedenen Wegen eingereicht werden.

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Wie beantragt man Kindererziehungszeit?

Der Antrag erfolgt bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Die Schritte sind relativ einfach.

Renteninformation prüfen

Kontrollieren, ob Kindererziehungszeiten bereits erfasst sind

Formular V0800 ausfüllen

Einreichen bei der Deutschen Rentenversicherung

Bestätigung der Eintragung im Rentenkonto prüfen

Alternativ kann auch ein Beratungstermin bei der Rentenversicherung vereinbart werden.

Kann man Kindererziehungszeit rückwirkend beantragen?

Ja.

Die Kindererziehungszeit kann grundsätzlich auch rückwirkend festgestellt werden, solange dein Rentenkonto noch nicht endgültig abgeschlossen wurde.

Trotzdem empfiehlt es sich, diese Zeiten möglichst früh klären zu lassen.

Besonders wichtig ist das für:

  • Eltern mit mehreren Kindern

  • Familien mit internationalen Lebensläufen

  • Eltern mit Teilzeit oder Selbstständigkeit

  • Expats, die Deutschland später wieder verlassen

Je früher diese Zeiten erfasst werden, desto einfacher lassen sich Fehler vermeiden.

Häufige Missverständnisse zur Kindererziehungszeit

Viele Eltern unterschätzen diese Regelung oder gehen von falschen Annahmen aus.

„Das passiert automatisch“

Nein. Die Zuordnung muss aktiv bestätigt werden.

„Ich bin kein deutscher Staatsbürger“

Die Regelung gilt auch für internationale Familien.

„Wir ziehen später ins Ausland“

Die deutsche gesetzliche Rente wird weltweit ausgezahlt.

„Das sind nur ein paar Euro“

In Wirklichkeit handelt es sich um über 1.400€ Rentenwert pro Jahr - pro Kind.

Warum Kindererziehungszeit Teil der Familienstruktur ist

Die Kindererziehungszeit ist kein Bonus.

Sie ist ein fester Bestandteil der deutschen Altersvorsorge für Familien.

Besonders relevant wird sie, wenn Eltern:

  • nach der Geburt Stunden reduziert haben

  • eine berufliche Pause eingelegt haben

  • selbstständig gearbeitet haben

  • mehrere Jahre nicht voll in die Rentenversicherung eingezahlt haben

In diesen Fällen können die Rentenpunkte aus Kindererziehungszeiten entscheidend sein, um Versorgungslücken im Alter zu vermeiden.

Fazit

Warum Eltern Kindererziehungszeit unbedingt prüfen sollten

Die Kindererziehungszeit gehört zu den wichtigsten und gleichzeitig am häufigsten übersehenen Elementen der Altersvorsorge für Eltern in Deutschland. Gerade für Expats und internationale Familien in Deutschland ist die Kindererziehungszeit oft unbekannt, obwohl sie auch ihnen Rentenpunkte sichern kann.

Wer ein Kind großzieht, hat oft automatisch Anspruch auf zusätzliche Rentenpunkte. Doch ohne eine korrekte Eintragung im Rentenkonto kann dieser Anspruch verloren gehen.

Deshalb gilt:

Wenn du Kinder in Deutschland erziehst, solltest du unbedingt prüfen, ob deine Kindererziehungszeiten korrekt erfasst sind.

Denn:

Rentenpunkte heute können später einen entscheidenden Unterschied in deiner Altersvorsorge machen.

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dass nicht einzelne Verträge das Thema sind, sondern das Zusammenspiel der gesamten Finanzstruktur.

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