Der ETF-Sparplan im Kinderdepot: flexibel und günstig
Hier wird regelmäßig in breit gestreute ETFs investiert, meist in ein Depot, das auf den Namen des Kindes läuft.
Die Stärken: niedrige Kosten, hohe Flexibilität, jederzeit anpassbar oder pausierbar. Und über lange Zeiträume die Chance auf reale Wertsteigerung. Läuft das Depot auf den Namen des Kindes, könnt ihr zudem dessen Steuerfreibeträge nutzen – zusammen bis zu rund 13.384 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei (Stand 2026).
Die Schwächen, die selten jemand nennt: Mit 18 gehört das Geld dem Kind. Vollständig und unwiderruflich. Ihr könnt dann rechtlich nicht mehr mitbestimmen, wofür es verwendet wird. Und weil es Vermögen des Kindes ist, kann es später den BAföG-Anspruch mindern.
Für wen es passt: Für Eltern, die maximale Flexibilität und niedrige Kosten wollen, sicher sind, dass das Geld beim Kind bleiben soll, und mit dem Kontrollverlust ab 18 gut leben können.
Die ETF-Police: dieselben Märkte, andere Struktur
Hier fließt das Geld in dieselben breit gestreuten ETFs, aber innerhalb eines Versicherungsmantels. In der Regel seid ihr als Eltern zunächst Versicherungsnehmer.
Die Stärken: Ihr behaltet die Kontrolle, und zwar so lange ihr wollt. Am 18. Geburtstag passiert nichts automatisch. Ihr entscheidet, wann euer Kind übernimmt. Solange das Kapital rechtlich euch gehört, wird es beim BAföG des Kindes in der Regel nicht als dessen Vermögen angerechnet.
Und der Steuervorteil geht nicht verloren: Sobald ihr das Kind zum Versicherungsnehmer macht, gehört der Vertrag rechtlich ihm – und seine Freibeträge stehen genauso zur Verfügung wie beim Depot. Ihr müsst das nur nicht mit genau 18 tun.
Dazu kommt die Langfristperspektive: Übernimmt das Kind den Vertrag, kann es ihn als lebenslangen Sparplan weiterführen – für die erste Wohnung, die Hochzeit, oder sogar als Altersvorsorge mit dem Steuervorteil ab 62 (12/62-Regel, Halbeinkünfteverfahren).
Die Schwächen, die wir ehrlich nennen: Eine Police hat in der Regel höhere laufende Kosten als ein nacktes Depot. Und sie ist auf lange Laufzeiten ausgelegt – ein früher Ausstieg kann ungünstig sein.
Für wen es passt: Für Eltern, die den Zeitpunkt der Übergabe selbst bestimmen wollen, BAföG-Schutz brauchen und wirklich langfristig planen.