Absicherung für Eigentümer

Wohngebäudeversicherung: Was passiert, wenn das Haus nicht mehr steht?

Die Versicherung, ohne die eine Immobilie kein Vermögen ist
  • Feuer, Leitungswasser, Sturm — und die Lücke, die 43 Prozent haben
  • Warum der gleitende Neuwert wichtiger ist als die Bausumme
  • 99 Prozent der Gebäude in Deutschland sind gegen Elementargefahren versicherbar

45 Minuten · kostenlos · unverbindlich

Kurz gesagt

Wer braucht eine Wohngebäudeversicherung?

Jeder, dem ein Haus oder eine Eigentumswohnung gehört. Für Mieterinnen und Mieter ist sie gegenstandslos — sie zahlt der Eigentümer, bei Eigentumswohnungen die Gemeinschaft über das Hausgeld.

Versichert ist das Gebäude selbst samt allem, was fest verbaut ist: Mauern, Dach, Heizung, Sanitäranlagen, fest verlegte Böden. Der Standardschutz umfasst Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Bei einem Totalschaden zahlt sie den Wiederaufbau — für die meisten Familien ist das der größte einzelne Vermögenswert, den sie besitzen.

Nicht automatisch enthalten sind Elementargefahren: Starkregen, Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Schneedruck. Ende 2024 hatten laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erst 57 Prozent der Wohngebäude diesen Schutz — gegenüber 41 Prozent im Jahr 2017. Gleichzeitig sind 99 Prozent aller Gebäude in Deutschland versicherbar. Die Lücke entsteht also nicht am Angebot.

Zum Ausprobieren

Basisschutz oder mit Elementar? Der Unterschied in fünf Gefahren

Links stehen die Gefahren, die ein Wohngebäude treffen können. Rechts wechselst du zwischen den zwei Ausbaustufen — und siehst, welche Häkchen verschwinden.

Was ein Haus treffen kann

Die Häkchen wechseln mit der Ausbaustufe, die du rechts wählst.

  1. Feuer Brand, Blitzschlag, Explosion.
  2. Leitungswasser Rohrbruch, austretendes Wasser aus Leitungen und angeschlossenen Geräten.
  3. Sturm und Hagel Ab Windstärke 8 — abgedeckte Ziegel, zerstörte Fenster.
  4. Starkregen und Überschwemmung Wasser, das von außen ins Gebäude läuft, weil die Menge nicht abfließen kann.
  5. Rückstau aus der Kanalisation Wasser drückt durch die Rohre zurück ins Haus — der überflutete Keller.

Basis-Wohngebäudeversicherung

Was in fast jedem Standardvertrag steht

3 von 5 erfüllt

Deckt die drei klassischen Gefahren — und endet genau dort, wo die Schäden zunehmen.

  • Feuer: Kernbestandteil jeder Wohngebäudeversicherung.
  • Leitungswasser: Kernbestandteil. Achtet auf Ableitungsrohre auf dem Grundstück — die sind nicht überall dabei.
  • Sturm und Hagel: 96 Prozent der Wohngebäude in Deutschland sind gegen Sturm und Hagel versichert.
  • Starkregen und Überschwemmung: Nicht enthalten. Wasser, das von außen kommt, ist ein Elementarschaden — kein Leitungswasserschaden.
  • Rückstau aus der Kanalisation: Nicht enthalten. Der überflutete Keller nach Starkregen fällt in diese Lücke.

Versicherungsquote Sturm/Hagel: GDV, Datenservice zum Naturgefahrenreport, Stand Ende 2024.

Mit Elementarschutz

Der Baustein, den 43 Prozent nicht haben

5 von 5 erfüllt

Schließt genau die Lücke, die in der Schadensstatistik am schnellsten wächst — und ist für 99 Prozent der Gebäude in Deutschland überhaupt abschließbar.

  • Feuer: Wie im Basisschutz.
  • Leitungswasser: Wie im Basisschutz.
  • Sturm und Hagel: Wie im Basisschutz.
  • Starkregen und Überschwemmung: Enthalten. 2025 verursachten Elementargefahren wie Starkregen, Überschwemmung und Rückstau rund 400 Millionen Euro versicherte Schäden.
  • Rückstau aus der Kanalisation: Enthalten — in der Regel unter der Bedingung, dass eine funktionsfähige Rückstausicherung vorhanden ist.

GDV-Naturgefahrenbilanz 2025 und Datenservice zum Naturgefahrenreport. Ende 2024 hatten 57 Prozent der Wohngebäude Elementarschutz; 99 Prozent der Gebäude sind versicherbar.

Der Basisschutz ist nicht falsch — er ist unvollständig. Und die Lücke liegt ausgerechnet bei den Gefahren, die in der Schadensstatistik zunehmen.

Wisst ihr, in welche Zone euer Haus fällt?

Die Versicherer teilen Deutschland in Gefährdungsklassen ein — und davon hängt ab, ob und zu welchem Beitrag ihr Elementarschutz bekommt. Wir schauen das im Klarheitsgespräch für eure Adresse nach.

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Worauf es ankommt

Woran erkennt man eine gute Wohngebäudeversicherung?

Bei der Wohngebäudeversicherung geht es um Beträge, bei denen ein Fehler nicht mehr korrigierbar ist.

Der gleitende Neuwert

Er sorgt dafür, dass die Versicherungssumme mit den Baupreisen mitwächst — und schützt vor Unterversicherung.

Ein Haus, das 1995 für 250.000 Euro gebaut wurde, lässt sich heute nicht für 250.000 Euro wieder aufbauen. Genau dieses Problem löst der gleitende Neuwert.

Wie er funktioniert

Statt einer festen Summe wird der sogenannte Wert 1914 vereinbart — ein rechnerischer Wert in Mark des Jahres 1914. Jedes Jahr wird er mit einem amtlich ermittelten Baupreisindex multipliziert. Dadurch steigt die Versicherungssumme automatisch mit den Baukosten, und mit ihr der Beitrag.

Warum das gut ist, auch wenn der Beitrag steigt

Ohne diese Anpassung wärt ihr nach zehn Jahren unterversichert, ohne es zu merken — und der Versicherer dürfte anteilig kürzen. Der steigende Beitrag ist der Preis dafür, dass die Deckung mit der Wirklichkeit Schritt hält.

Elementarschutz ist ein eigener Baustein

Der überflutete Keller nach Starkregen ist kein Leitungswasserschaden — und ohne Zusatzbaustein nicht versichert.

Die Unterscheidung wirkt spitzfindig und entscheidet über fünfstellige Beträge: Leitungswasser ist Wasser, das aus den Rohren des Hauses austritt. Elementarschaden ist Wasser, das von außen kommt — durch Starkregen, über die Kellertreppe, oder durch Rückstau aus der Kanalisation zurück ins Haus.

Die Zahlen dazu

2025 verursachten Naturgefahren in der Sachversicherung rund 1,4 Milliarden Euro versicherte Schäden. Etwa eine Milliarde entfiel auf Sturm und Hagel, rund 400 Millionen Euro auf Elementargefahren wie Starkregen, Überschwemmung und Rückstau.

Und der häufigste Irrtum

„Wir wohnen nicht am Fluss.“ Starkregen braucht keinen Fluss. Er trifft jeden Ort, an dem die Kanalisation die Wassermenge nicht mehr aufnehmen kann — auch am Hang und auch in der Innenstadt.

Quelle: GDV-Naturgefahrenbilanz 2025.

Rückstausicherung und Obliegenheiten

Manche Leistungen hängen daran, dass ihr bestimmte Vorkehrungen getroffen habt.

Versicherungsverträge enthalten Obliegenheiten — Pflichten, deren Verletzung die Leistung kosten kann. Bei der Wohngebäudeversicherung sind das typischerweise:

  • Funktionsfähige Rückstausicherung, wenn Räume unterhalb der Rückstauebene liegen. Ohne sie kann der Versicherer den Kellerschaden ablehnen.
  • Beheizen und Kontrollieren des Gebäudes in der kalten Jahreszeit, damit keine Rohre platzen — relevant bei längerer Abwesenheit.
  • Absperren der Wasserzufuhr bei Leerstand.

Das sind keine Kleinigkeiten im Kleingedruckten, sondern die häufigsten Gründe für gekürzte Leistungen. Wer sie kennt, kann sie erfüllen.

Was nicht versichert ist

Der Hausrat, das Grundstück und Schäden, die ihr an anderen verursacht.

Die Wohngebäudeversicherung deckt das Gebäude. Alles Bewegliche darin ist Sache der Hausratversicherung — die beiden ergänzen sich und überschneiden sich nicht.

Ebenfalls nicht enthalten

  • Schäden durch Verschleiß, Alterung und unterlassene Instandhaltung
  • Schäden, die von eurem Haus ausgehen und andere treffen — dafür braucht es die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, die bei selbstgenutztem Eigentum oft schon in der Privathaftpflicht steckt
  • Photovoltaikanlagen und Nebengebäude, wenn sie nicht ausdrücklich mitversichert sind

Gerade der letzte Punkt wird oft übersehen: Wer nachträglich eine Anlage aufs Dach setzt, sollte das dem Versicherer melden.

Häufige Fragen zur Wohngebäudeversicherung

Ist die Wohngebäudeversicherung Pflicht?

Gesetzlich nicht. Praktisch schon: Fast jede Bank verlangt sie als Voraussetzung für die Finanzierung, weil das Gebäude die Sicherheit für den Kredit ist. Bei Eigentumswohnungen schließt sie die Eigentümergemeinschaft ab, der Beitrag läuft über das Hausgeld.

Brauche ich Elementarschutz, wenn ich nicht am Fluss wohne?

Sehr wahrscheinlich ja. Starkregen ist der häufigste Elementarschaden und trifft Orte ohne jedes Gewässer — überall dort, wo die Kanalisation die Wassermenge nicht mehr aufnimmt. Nach GDV-Angaben sind 99 Prozent der Gebäude in Deutschland versicherbar; die Lücke entsteht an der Nachfrage, nicht am Angebot.

Warum steigt mein Beitrag jedes Jahr?

Weil die Versicherungssumme mitwächst. Beim gleitenden Neuwert wird der Wert 1914 jährlich mit dem amtlichen Baupreisindex multipliziert — steigen die Baukosten, steigt die Deckung und mit ihr der Beitrag. Das ist keine Preiserhöhung im eigentlichen Sinne, sondern der Schutz davor, im Schadensfall unterversichert zu sein.

Was ist der Unterschied zwischen Wohngebäude und Hausrat?

Fest verbaut gegen beweglich. Mauern, Dach, Heizung, fest verlegter Boden gehören zum Gebäude. Möbel, Kleidung, Elektronik, Teppiche zum Hausrat. Die Einbauküche ist der klassische Grenzfall und in beiden Policen unterschiedlich geregelt — ein Punkt, den man einmal klären sollte.

Zahlt die Versicherung auch, wenn das Haus leer steht?

Eingeschränkt. Leerstand muss dem Versicherer gemeldet werden, und es gelten schärfere Obliegenheiten: regelmäßige Kontrolle, Beheizen im Winter, oft das Absperren der Wasserzufuhr. Wer das nicht einhält, riskiert die Leistung — gerade bei Leitungswasserschäden.

Ist meine Photovoltaikanlage mitversichert?

Nur wenn sie ausdrücklich eingeschlossen ist. Bei einer nachträglich installierten Anlage müsst ihr das dem Versicherer melden. Manche Tarife decken sie automatisch bis zu einer bestimmten Leistung, andere gar nicht — hier lohnt der Blick in die Bedingungen vor dem Sturm, nicht danach.

Einordnung

Diese Seite ist eine allgemeine Information und ersetzt keine auf eure persönliche Situation zugeschnittene Beratung. Welche Leistungen ein konkreter Tarif enthält, steht in seinen Bedingungen — die Unterschiede zwischen zwei Angeboten mit demselben Namen sind erheblich. Genannte Beträge und Quoten sind Marktwerte zum angegebenen Stand und keine Zusage.

ETF4Kids ist Versicherungsmakler nach § 34d GewO, beaufsichtigt von der IHK Region Stuttgart. Als Makler sind wir gesetzlich verpflichtet, im Interesse unserer Kundinnen und Kunden zu beraten. Wir sind keine Rechts- und keine Steuerberatung; wo eine Frage dorthin gehört, sagen wir das.

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