Die Lösung Was ist ein ETF — und warum passt er für ein Kind?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds. Er versucht nicht, den Markt zu schlagen. Er bildet ihn ab.
Der Korb
Stell dir einen großen Korb vor. In diesem Korb liegen die 1.000 bis 1.400 größten Unternehmen der Welt — Firmen, die deine Familie jeden Tag benutzt: Amazon, Apple, Coca-Cola, Nestlé, Siemens. Mit einem ETF kaufst du nicht eine dieser Aktien. Du kaufst den ganzen Korb, in einem Schritt, mit einem Betrag ab wenigen Euro.
Der Korb heilt sich selbst
Das ist der Teil, den viele unterschätzen. Ein Index ist keine feste Liste. Verliert ein Unternehmen an Bedeutung, fällt es nach festen, öffentlich einsehbaren Regeln heraus, und das nächstgrößere rückt nach — automatisch, ohne dass jemand eine Entscheidung treffen muss. Du musst nicht erkennen, welche Firma in zehn Jahren wichtig ist. Der Index zieht selbst nach.
Deshalb ist die Zeit der eigentliche Hebel
Das Deutsche Aktieninstitut veröffentlicht seit Jahrzehnten das sogenannte Rendite-Dreieck für den deutschen Aktienmarkt. Der zentrale Befund daraus: Über Anlagezeiträume von 20 Jahren lag die durchschnittliche jährliche Rendite historisch bei knapp 9 Prozent — und über Zeiträume ab etwa 12 Jahren gab es in der Vergangenheit keinen einzigen Startzeitpunkt mit Verlust. Nicht weil Aktien sicher wären, sondern weil Länge Schwankung ausgleicht.
Beim Kindersparen habt ihr diese Länge geschenkt bekommen. Von der Geburt bis zur Volljährigkeit sind es 18 Jahre, bis zum Berufseinstieg eher 25. Wer diese Zeit nicht nutzt, verschenkt den einzigen Vorteil, den man beim Sparen nicht kaufen kann.
Die Kosten sind das Einzige, was vorher feststeht
Niemand kennt die Rendite der nächsten 18 Jahre. Die laufenden Kosten dagegen stehen fest und werden jedes Jahr abgezogen, egal wie die Märkte laufen. Ein ETF bildet einen Index nach, statt ein Analystenteam zu bezahlen — deshalb liegen seine laufenden Kosten deutlich unter denen klassischer aktiv gemanagter Fonds. Über 18 Jahre ist das kein Detail, sondern einer der wenigen Punkte, an denen ihr die Endsumme verlässlich beeinflussen könnt.
Sondervermögen: Der Fonds ist vom Anbieter getrennt
Ein oft übersehener Punkt, gerade bei Familien aus Ländern mit weniger stabilen Finanzsystemen: Das Vermögen eines ETF wird von einer Verwahrstelle getrennt vom eigenen Vermögen der Fondsgesellschaft gehalten und gehört bei deren Insolvenz nicht zur Insolvenzmasse. Dieses Trennungsprinzip gilt EU-weit für alle UCITS-Fonds — und unsere ETFs sind UCITS-Fonds.
Wem die Anteile gehören, hängt allerdings von der Hülle ab. Im eigenen Depot gehören sie dir direkt. In einer ETF-Police hält der Versicherer die Anteile. Du hast einen Anspruch aus dem Versicherungsvertrag gegen ihn — aber keinen direkten Anspruch gegen Fondsgesellschaft oder Verwahrstelle. Abgesichert ist das über den Anlagestock, eine selbstständige Abteilung innerhalb des Sicherungsvermögens (§ 125 Abs. 5 VAG), aus der im Insolvenzfall zuerst die Ansprüche der Versicherungsnehmer bedient werden, und über den Sicherungsfonds Protektor, der auch fondsgebundene Bestände übernimmt. Beide Wege sind also vom Anbieterrisiko getrennt — nur über unterschiedliche Mechanismen. Wie das bei der Police im Einzelnen funktioniert.