Vorsorge für die Eltern

ETF-Altersvorsorge für Eltern: Wer fürs Kind spart, sollte sich selbst nicht vergessen

Die gesetzliche Rente wird zur Basisabsicherung — der Rest ist eure Entscheidung.

  • Dieselbe ETF-Logik wie beim Kindersparplan — für euch
  • Steuerlich gefördert oder maximal flexibel: beides möglich
  • Ab 2027 zusätzlich: das neue Altersvorsorgedepot mit Zulagen
Kurz gesagt

Die Antwort in 30 Sekunden

Altersvorsorge in Deutschland hat drei Schichten: Rürup (Basisrente), betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge. Die ersten beiden sparen heute Steuern, binden das Geld aber bis mindestens 62 — und die Auszahlung wird voll versteuert. Die private ETF-Police dreht es um: kein Steuerabzug heute, dafür jederzeit verfügbar, voll vererbbar — und dank Halbeinkünfteverfahren wird später nur der halbe Ertrag versteuert.

  • Schicht 1+2: Steuervorteil heute, aber gebunden bis 62 und volle Besteuerung später
  • Schicht 3 (ETF-Police): jederzeit verfügbar, frei vererbbar
  • Halbeinkünfteverfahren: ab 12 Jahren Laufzeit + Auszahlung ab 62 ist nur der halbe Ertrag steuerpflichtig
  • Welche Schicht(en) zu euch passen, rechnen wir ehrlich durch — auch Kombinationen
Der Überblick

Die drei Schichten im direkten Vergleich

Alle drei können ETFs als Motor nutzen — der Unterschied liegt in Steuern, Zugriff und Vererbbarkeit.

Rürup (Basisrente) Schicht 1
Steuervorteil beim Einzahlen
✓ Beiträge weitgehend absetzbar — bis zum jährlichen Höchstbetrag der Basisversorgung
Zugriff vor dem Ruhestand
✗ Nicht möglich — Kapital ist bis mindestens 62 gebunden
Auszahlung
✗ Nur lebenslange Rente — keine Kapitalauszahlung
Besteuerung der Auszahlung
✗ Voll steuerpflichtig (nachgelagert)
Vererbbarkeit
✗ Stark eingeschränkt (nur Hinterbliebenenrente)
Betriebliche AV (bAV) Schicht 2
Steuervorteil beim Einzahlen
✓ Beiträge aus dem Brutto — steuer- und sozialabgabenfrei, plus mindestens 15 % Arbeitgeberzuschuss
Zugriff vor dem Ruhestand
✗ Gebunden bis zum Ruhestand; bei Jobwechsel oft umständlich
Auszahlung
Meist Rente, teils Einmalzahlung möglich
Besteuerung der Auszahlung
✗ Voll steuerpflichtig (nachgelagert)
Vererbbarkeit
Eingeschränkt — Kapital kann teils verfallen
Private ETF-Police Schicht 3
Steuervorteil beim Einzahlen
✗ Kein Steuerabzug — eingezahlt wird aus dem Netto
Zugriff vor dem Ruhestand
✓ Jederzeit — Entnahmen und Anpassungen sind möglich
Auszahlung
✓ Frei wählbar: Einmalbetrag, Entnahmeplan oder Rente
Besteuerung der Auszahlung
✓ Nur der halbe Ertrag steuerpflichtig — Halbeinkünfteverfahren bei 12 Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62
Vererbbarkeit
✓ Voll vererbbar

Vereinfachte Übersicht nach § 10, § 3 Nr. 63 und § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG. Höchstbeträge und Details ändern sich jährlich — die konkreten Werte für euer Jahr rechnen wir im Gespräch. Keine Steuerberatung.

Steuern

Das Halbeinkünfteverfahren — der Steuervorteil der Schicht 3

Die Regel ist einfach: Läuft die Police mindestens 12 Jahre und lasst ihr euch frühestens mit 62 auszahlen, ist nur die Hälfte des Ertrags steuerpflichtig — mit eurem persönlichen Steuersatz statt pauschal auf alles (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG). Im Depot dagegen unterliegt der volle Ertrag der Abgeltungsteuer. So sieht das an einem Beispiel aus:

Auszahlung mit 62 (Modellbeispiel)
100.000 €
Davon Ertrag (eingezahlt: 40.000 €)
60.000 €
Steuerpflichtig nach Halbeinkünfteverfahren: die Hälfte
30.000 €
Steuer bei z. B. 30 % persönlichem Satz
9.000 €
Zum Vergleich: Abgeltungsteuer im Depot auf den vollen Ertrag (26,375 %)
15.825 €
Steuervorteil der Police in diesem Beispiel
6.825 €

Modellrechnung mit angenommenen Werten — euer Vorteil hängt von Ertrag, persönlichem Steuersatz und Laufzeit ab. Voraussetzung: mindestens 12 Jahre Vertragslaufzeit und Auszahlung ab 62. Keine Steuerberatung; wir rechnen es im Strategiegespräch mit euren Zahlen.

Kurz gesagt

Wie sorgen Eltern am besten fürs Alter vor?

Mit derselben Logik wie beim Kindersparplan — nur mit anderem Zeithorizont. Ein breit gestreutes ETF-Portfolio, lange Laufzeit, offengelegte Kosten. Bundeskanzler Merz hat es im April 2026 deutlich gesagt: Die gesetzliche Rente wird „allenfalls noch die Basisabsicherung sein". Die Lücke schließt ihr selbst — und je früher, desto kleiner der nötige Beitrag.

Ab Januar 2027 kommt das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot dazu: bis zu 540 € Grundzulage plus 300 € je Kind, jedes Jahr.

Historische Daten sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden.

Die Wege

Drei Wege, die sich kombinieren lassen

ETF-Rentenversicherung

Steueroptimierter Aufbau über Jahrzehnte: Innerhalb der Police umschichten ohne Steuerabzug, zur Rente flexibel entnehmen — Kapital, Rente oder beides.

Altersvorsorgedepot (ab 2027)

Der Staat legt drauf: bis 540 € Grundzulage + 300 € je Kind und Jahr, echte ETFs ohne Garantiezwang. Wir rechnen euch aus, ab wann sich jeder Euro lohnt. Zum Ratgeber mit Rechner

Immobilie als Baustein

Für manche Familien passt Betongold dazu — als Ergänzung, nicht als Klumpenrisiko. Sprecht uns an, wir ordnen ehrlich ein. Immobilien für Familien

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